Krisenvorsorge ist ein ganz wichtiges Thema, das in der letzten Zeit viel Resonanz bekommt. Doch was versteht man unter diesem Begriff eigentlich? Es gibt zwar keine offizielle Wikipedia-Definition von Krisenvorsorge, doch nach drei Jahren im Bereich und auf dem Markt glaube ich, dass man bei Krisenvorsorge drei Ebenen unterscheiden kann.

Autor: Jaromir Ctrnacty, Sicherstadt – WWW.SICHERSTADT.DE

Zuerst einmal – es gibt zwar drei Ebenen von Krisenvorsorge, doch die mit Abstand größte Gruppe der Menschen hat nur ganz wenig oder gar keine Maßnahmen getroffen und befasst sich mit diesem wichtigen Thema nur theoretisch oder gar nicht. Falls Sie also in einer der drei unten beschriebenen Ebenen der Krisenvorsorge schon Erfahrungen haben, gehören Sie sozusagen zu der 5% der Bevölkerung mit dem größten Weitsicht :)

1) Krisenvorsorge durch Produkteinkauf – die meisten aktiven “Vorsorger” gehören in diese Gruppe. Die Einstellung könnte man mit folgenden Wörtern beschreiben: “Ich weiß, dass das Thema wichtig ist. Überhaupt nicht vorbereitet zu sein ist einfach doof. Ich habe aber wenig Erfahrungen und keine Zeit, um mich damit näher zu befassen. Ich kaufe also ein paar passende Produkte (Wasserfilter, Notrationen, Kurbelradio). Ich gebe vielleicht ein paar Hundert Euro aus, aber das Thema ist dann vom Tisch, ich kann meine Zeit weiter meiner Arbeit und meiner Familie widmen. Sollte dann etwas passieren, habe ich einen Vorrat, an den ich zurückgreifen kann.”

2) Krisenvorsorge durch Selbsthilfe – einige der “Vorsorger” sind noch einen Schritt weiter gegangen, indem sie nicht nur Produkte und Lebensmittel einkaufen, sondern in der Lage sind Einiges selbst zu schaffen – Getreide zu lagern, Mehl zu mahlen und Brot zu backen. Obst, Gemüse und Fleisch zu dörren und zu lagern. Lebensmittel einkochen und konservieren. Diese Einstellung fordert schon etwas und das ganze Thema muss schon teilweise zu Hobby werden. Dörren, Mahlen, Backen, Einkochen… das alles kostet Zeit, spart aber Geld und hilft eine höhere Niveu von Selbstständigkeit zu erreichen, als wenn man nur fertige Produkte kaufen muss.

3) Krisenvorsorge durch Selbstversorgung. Wir sprechen nicht gerade von Aussteigern, die sich von der Konsumgesellschaft komplett abgeschnitten haben und irgendwo auf dem Lande isoliert leben. In der heutigen Zeit ist es ja nahezu unmöglich vom System komplett unabhängig zu sein, keine Supermarktprodukte zu kaufen, keine öffentlichen Versogungsleitungen zu benutzen (Wärme-, Strom-, Gas-, Wasserversorgung,…). Selbstversorgung in diesem Sinne beduetet – man lebt nicht außerhalb des Systems, weil es einfach zu anstrengend wäre. Sollte das System allerdings für eine längere Zeit ausfallen, kann man mit eigenen Mitteln alles sichern, was man zum Leben braucht. Vor allem heißt es – man kann eigene Lebensmittel produzieren. Nicht nur einkaufen, verarbeiten und lagern, sondern anbauen.

Eine interessante Idee – sich selbst zu versorgen. Es ist leider viel einfacher gesagt als getan. Umso mehr dann, wenn man sein bisheriges Leben nicht aufgeben und auf den Kopf stellen will. Kann man überhaupt einen nennenswerten Grad an Selbstversorgung erreichen, ohne seine Arbeit aufgeben zu müssen, ohne die Stadt zu verlassen, ohne seine Lebenseinstellung grundlegend zu verändern? Die Antwort auf diese Frage beschäftigt mich seit den letzten drei Jahren. Nachdem ich viele Erfahrungen mit den ersten zwei Stufen der Krisenvorsorge sammeln konnte (viele getestete Produkte im Onlineshop, Experimente mit Einkochen, Lebensmittellagerung, Brot backen, Dörren usw.), habe ich angefangen auch mit dem Lebensmittelanbau zu experimentieren. Ohne Erfahrungen, ohne Feld – ja sogar ohne Garten. Was sind die ersten Schritte, was sind die Erwartungen, was die ersten Ergebnisse? Wie schlägt sich ein unerfahrener fauler Stadtmensch wie ich durch, wenn es zur Selbstversorgung kommt? Das erfahren Sie in weiteren Artikeln in diesem Blog. Bleiben Sie dran :)